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HPV Impfung

Die Impfung gegen das Humane Papilloma Virus, kurz HPV, ist die erste Impfung, die vor einer Krebserkrankung, in diesem Fall vor Gebärmutterhalskrebs, schützen kann. Wie bei allen anderen Impfungen handelt es sich auch bei der HPV Impfung um eine vorbeugende Maßnahme, die spätere Infektionen vermeiden soll. Bereits bestehende Infektionen können naturgemäß nicht beeinflusst werden, die Impfung hat somit keine therapeutischen Effekt.

HPV ist sehr weit verbreitet, ca. 75 – 80% aller sexuell aktiven Menschen kommen irgendwann in ihrem Leben mit diesem Virus in Kontakt. Die Übertragung erfolgt meist durch Geschlechtsverkehr, aber auch durch direkten Hautkontakt. Kondome bieten keinen zuverlässigen Schutz. Die meisten Infektionen mit HPV treten ohne Krankheitssymptome auf, infizierte Menschen können dann das Virus weiter übertragen, ohne dass es ihnen bewusst ist. Das Immunsystem unseres Körpers eliminiert das Virus in den meisten Fällen nach einigen Monaten

Es gibt derzeit 2 Impfstoffe am Markt. Beiden gemeinsam ist die Wirkung gegen die beiden häufigsten Virusstämme, HPV 16 und 18 („HPV high risk“), die in 70% das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen (siehe Kapitel „Abstrich“) verursachen. Die Vierfachimpfung bietet darüber hinaus noch einen geringeren „Kreuzschutz“ vor 10 weiteren krebsauslösenden HPV Typen und ist zusätzlich gegen HPV 6 und 11  („HPV low risk“) gerichtet, die in über 90% der Fälle für das Auftreten von gutartigen Feigwarzen im Genitalbereich verantwortlich sind.

Die Vierfachimpfung ist zugelassen für Mädchen und Frauen von 9 bis 26 Jahren sowie Buben von 9 bis 15 Jahren. Bisher wurden weltweit über 30 Millionen Impfdosen verabreicht, der Impfstoff ist in mehr als 100 Ländern zugelassen.
Die Zweifachimpfung ist für Mädchen und Frauen von 10 bis 25 Jahren zugelassen.

Über dieses Alter hinaus ist die Zulassung noch nicht erfolgt, es ist aber in nächster Zeit bei Frauen bis 45 Jahren damit zu rechnen. Hier gilt es noch, Studienergebnisse abzuwarten. Neuen Studiendaten zufolge profitieren nämlich neben jungen Frauen, die noch keine Infektion mit dem HP Virus durchgemacht haben auch diejenigen Frauen, die schon Kontakt mit HPV hatten. Durch die Impfung wird in diesem Fall die natürliche Immunität, die nach einer HPV Infektion oft nur mangelhaft besteht, entscheidend verbessert.

Nach der ersten Impfung wird diese nach 2 und nach 6 Monaten aufgefrischt. Somit sind insgesamt drei Impfdosen für einen vollen Impfschutz notwendig. Der Impfschutz hält dann sicher 5 bis 10 Jahre, wenn nicht das gesamte Leben. Genauere Daten werden noch laufende Studien zeigen.

Der Impfstoff wird in den Apotheken gegen ein Privatrezept abgegeben und kostet derzeit € 208,-- pro Impfdosis, somit insgesamt EUR 618,-- für die gesamte Impfung. Krankenkassen bezahlen die Impfung nicht.
Das Land Niederösterreich übernimmt teilweise die Impfkosten für Mädchen und Frauen von 9 bis 26 Jahren, die ihren Hauptwohnsitz in Niederösterreich haben. Im Rahmen dieser Aktion wird der Impfstoff gegen Voranmeldung nur in den Landeskrankenhäusern um € 90,-- statt € 208,-- pro Impfdosis verabreicht, niedergelassene Ärzte sind in diese Aktion aber nicht eingebunden.

Die Kernaussagen sämtlicher österreichischer Experten decken sich mit der Ansicht der wichtigsten internationalen Organisationen wie WHO, FDA (US Food and Drug Administration), CDC (US Centers for Disease Control) und EMEA (Europäische Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln):
Die HPV Impfung ist sicher, weiterhin als Präventivmaßnahme zu empfehlen und so Teil des österreichischen Impfplans. Es gibt somit wie in den meisten europäischen Ländern eine offizielle Impfempfehlung.

Der Anteil schwerer Nebenwirkungen bei der HPV Impfung entspricht der anderer Impfstoffe.
In Österreich sorgte 2007 der ungeklärte Tod eines 19 – jährigen Mädchens für Aufsehen, die drei Wochen zuvor gegen HPV geimpft wurde. Es konnte kein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Tod des Mädchens und der verabreichten Impfung gefunden werden. Dennoch hat dieses tragische Ereignis zu großer Verunsicherung bezüglich HPV Impfung in der Bevölkerung geführt
Ganz anders ist hingegen der Zusammenhang zwischen HPV, Gebärmutterhalskrebs und Tod: In Österreich stirbt jeden 2. Tag eine Frau an den Folgen von Gebärmutterhalskrebs, europaweit sind das 40 Frauen pro Tag. Fälle, die durch die jährliche Abstrichuntersuchung verbunden mit der HPV Impfung verhindert werden könnten. Gebärmutterhalskrebs ist in Europa nach Brustkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache junger Frauen (15 bis 44 Jahre).

Am besten wirkt die Impfung bei jungen Mädchen, die zum Impfzeitpunkt noch keine Infektion mit dem HP Virus durchgemacht haben.

Der sicherste Schutz vor Gebärmutterhalskrebs wird durch den jährlichen Krebsabstrich in Kombination mit der HPV Impfung erzielt. Nur durch den jährlichen Krebsabstrich gelingt es, chronische Infektionen von HPV Typen, die durch die Impfung nicht erfasst werden, rechtzeitig zu erkennen.