design by atikon :-)

Abstrich für Krebsvorsorge

Der Abstrich, genauer Krebsabstrich, bei der Frau ist eine Vorsorgeuntersuchung, sollte jährlich durchgeführt werden und dient der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Diese Untersuchung ist eine sehr effektive Früherkennungsmethode, da vom Auftreten der ersten Zellveränderungen bis zum ausgebildeten Gebärmutterhalskrebs normalerweise mehrere Jahre vergehen.
Dabei werden mit einer kleinen Bürste Zellen vom Gebärmutterhals abgeschabt, auf ein Glasplättchen dünn gestrichen und mit Alkohol fixiert. So wird dieser Abstrich ins Labor geschickt, gefärbt, unter dem Mikroskop begutachtet und klassifiziert.

Die Einteilung erfolgt in PAP I bis PAP V, die einzelnen Stadien können sich ändern und fließend ineinander übergehen. Deshalb sind regelmäßige Abstriche beim Frauenarzt so wichtig.

PAP I

Normalbefund

PAP II

Normalbefund

PAP IIID

Leichte bis mittelgradige Zellveränderung, hervorgerufen durch eine Entzündung mit dem Humanen Papilloma Virus, kurz HPV (Warzenvirus), von dem es ca. 100 Subtypen gibt.
Dieses Virus ist sehr weit verbreitet, ca. 75 – 80% aller sexuell aktiven Menschen kommen irgendwann in ihrem Leben mit diesem Virus in Kontakt. Die Übertragung erfolgt meist durch Geschlechtsverkehr, aber auch durch direkten Hautkontakt. Kondome bieten keinen zuverlässigen Schutz. Die meisten Infektionen mit HPV treten ohne Krankheitssymptome auf, infizierte Menschen können dann das Virus übertragen, ohne dass es ihnen bewusst ist.

Das Immunsystem unseres Körpers versucht nun, das HP Virus auszuscheiden, was in der weit überwiegenden Zahl der Fälle gelingt, bei jüngeren Frauen leichter als bei älteren. Dann wird sich auch der Abstrichbefund, der bei PAP IIID immer nach 3 Monaten kontrolliert werden sollte, wieder normalisieren und in einen PAP II übergehen (mit Abstrichkontrollen vorerst alle 6 Monate). Weitere Infektionen mit dem HPV sind möglich. Eine durchgemachte Infektion bietet keine zuverlässige Immunität.

Wenn das Immunsystem das HP Virus nicht eliminieren kann, bildet sich lokal am Gebärmutterhals eine chronische Infektion, PAP IIID bleibt als Befund bei den weiteren Abstrichkontrollen bestehen. Dadurch kann ein nachhaltiger Schaden an den Zellen entstehen, die zu Krebszellen mutieren können. Gebärmutterhalskrebs kann die weitere Folge sein. Der Zusammenhang zwischen Gebärmutterhalskrebs und HPV ist dabei viel stärker als zwischen Rauchen und Lungenkrebs.

Weil eine feingewebliche (histologische) Untersuchung aus der Gewebetiefe viel aussagekräftiger und verlässlicher ist als die oberflächliche Gewinnung von abgeschilferten Zellen durch den Abstrich, ergänzt man bei längerer Infektion den Abstrichbefund mit einer kleinen Probenentnahme (Knipsbiopsie) aus dem Gebärmutterhals, die schmerzfrei in der Ordination durchgeführt werden kann. Dieser histologische Befund wird seinerseits wiederum in 3 Klassen eingeteilt (CIN1 – CIN3). Bei CIN 1 und CIN 2 (typischer Befund bei PAP IIID) kann unter laufenden Abstrichkontrollen zugewartet werden, da sich der entstandene Zellschaden durch das HPV rückbilden kann. Bei CIN 3 ist der entstandene Zellschaden doch schon so groß, dass mit einer Rückbildung nicht mehr zu rechnen ist, ein weiteres Fortschreiten des Schadens bis zum Gebärmutterhalskrebs ist eher wahrscheinlich. Deshalb sollte bei diesem Befund eine Konisation durchgeführt werden, bei der eine kegelförmige Entfernung des betroffenen Gebärmutterhalsareals vorgenommen wird.
Eine andere Form der Therapie gibt es bisher noch nicht. Kondome können das Infektionsrisiko reduzieren, schützen aber nicht zuverlässig vor einer HPV Infektion.

PAP III

Die leichten bis mittelgradigen Zellveränderungen bei PAP III zeigen ein etwas unklareres Bild unter dem Mikroskop und können im Gegensatz zu PAP IIID verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen Hormonmangel und Infektionen, möglich auch mit HPV.

PAP IV

Unter diesem Befund werden mittel- bis hochgradige Zellveränderungen zusammengefasst, der entstandene Zellschaden ist somit größer als bei PAP III/IIID.
Diese Befunde sollten in jedem Fall durch eine Probenentnahme (siehe oben) weiter abgeklärt werden. Vom Ergebnis dieser Probe (siehe oben CIN 1 bis CIN 3) ist wie bei PAP III/IIID dann das weitere Vorgehen abhängig.

PAP V

Dieser Befund spricht für einen vermutlich bereits aufgetretenen Gebärmutterhalskrebs.