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Geburtsschmerz

Die Schmerzbekämpfung während der Geburt war lange Zeit kein Thema im Christlichen Kulturkreis. „Unter Schmerzen sollst Du Kinder gebären“ steht bereits im Alten Testament, Geburtsschmerz war somit gottgewollt und unabänderlich.
Erst im 19. Jahrhundert konnte man die ersten Inhalationsnarkotika (Chlorophorm) zu chirurgischen Eingriffen nutzen. In der Mitte des letzten Jahrhunderts begann schließlich der breitere Einsatz von Spinal- und Periduralanästhesie.

Der Geburtsschmerz ist einer der heftigsten und intensivsten Schmerzen überhaupt, der von 2/3 der Frauen als unerträglich angegeben wird.

Angst und Sorge über die körperliche Integrität sowie das Wohlergehen des Kindes steigern den Geburtsschmerz, weil es zu unkoordinierter Gebärmutteraktivität und somit zu Krämpfen vorwiegend im Bereich des Muttermundes kommt, die Wehen werden als äußerst schmerzhaft empfunden und verstärken den Geburtsschmerz wesentlich.
Vermehrter Schmerz wiederum steigert Angst und Sorge. Der Teufelskreis schließt sich.
Die Geburt dauert wesentlich länger durch die gestörte Wehentätigkeit, Mutter und Kind sind einem höheren Risiko ausgesetzt.

Somit stellt Schmerzlinderung einen wichtigen therapeutischen Aspekt in der Geburtshilfe dar. Sie beginnt nicht erst im Kreißsaal, sondern schon Wochen davor.

Folgende Strategien haben sich bewährt:

Geburtsvorbereitung in unterschiedlichster Form:
 

 

   - Partnerkurse und  allg. geburtsvorbereitende Kurse mit Schwangerschaftsgymnastik, Entspannungsübungen und Atemtechniken
   - Aufklärung und objektive Informationen über die Geburt per Video, DVD, Bücher
   - Stationsführungen mit Kennenlernen des geburtshilflichen Teams und der entsprechenden Räumlichkeiten wie Kreissaal, Bad, Zimmer


Der objektive und neutrale Zugang zu Informationen über die bevorstehende Geburt hilft entstehende Ängste zu vermeiden oder abzubauen. Hören Sie nicht auf  subjektive Aussagen und wohlgemeinte Ratschläge von Müttern, Großmüttern, Verwandten und Bekannten.

Autogenes Training erzeugt Ruhe, Selbstkontrolle
Akupunktur
Homöopathie
Aromatherapie mit Einsatz von Duftölen zur Entspannung von Körper und Seele
Entspannungsbäder bewirken Ruhe und Entspannung und damit Krampf- und Angstlösung in angenehmer Atmosphäre
Musik im Kreissaal nach eigener Wahl sowie Anwesenheit des Partners od. einer Bezugsperson bei der Geburt sind ebenfalls wichtig
Bachblüten

Falls diese Strategien nicht die erhoffte Wirkung getan haben, kommen angst- und krampflösende Medikamente sowie starke Schmerzmittel erfolgreich während der Geburt im Kreissaal zum Einsatz.
Die effizienteste Methode der Schmerzbekämpfung ist die Periduralanästhesie, bei der ein Lokalanästhetikum in den Lendenwirbelsäulenbereich injiziert wird.

Zusammenfassend sei erwähnt, dass mit den genannten Methoden keine definitive Schmerzfreiheit während der Geburt erzielt werden kann, sehr wohl jedoch eine oft entscheidende Schmerzlinderung. Es kann damit ein erträglicher Zustand für die Schwangere und eine gute Basis für den weiteren Geburtsverlauf  geschaffen werden.